Praxis für Podologie Heike Becker

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Dass zu kleine Schuhe dem Fuß nicht gut tun, ist den meisten Menschen bekannt, aber auch mit zu großen Schuhen tut man den Füßen keinen Gefallen.


"Wer dauerhaft zu kleine Schuhe trägt, kann eine Fußdeformation bekommen,wie einen Hallux valgus", sagt der Letmather Allgemeinmediziner Claus Kiwitt.

Beim Hallux valgus wird die Großzehe immer mehr zur Fußinnenseite gedrückt und der Ballen wölbt sich nach außen. Dadurch, dass der Schuh am Ballen drückt und reibt, können zusätzlich Entzündungen, Schwellungen und sogar Knorpelschäden entstehen, erklärt Kiwitt weiter. Eine Patientengruppe, bei der ungeeignetes Schuhwerk und nachlässige Fußpflege dramatische Folgen haben können, sind Menschen mit Diabetes mellitus.

Doch vielen ist die Problematik des diabetischen Fußsyndroms (DFS) gar nicht bewusst. "Sieben von zehn Patienten wussten nicht, dass Diabetikerfüße schneller Verletzungen erleiden als gesunde", sagt Kiwitt. Wenn Diabetiker ihre Fußpflege und die Wahl ihrer Schuhe allerdingsernst nehmen, dann oft erst auf Empfehlung ihres Arztes.

Der Allgemeinmediziner und Diabetologe Claus Kiwitt-Kortemeier rät besonders dazu, Schuhe zu tragen, die oben geschnürt werden. "Das gibt dem Fuß genügend Halt". Für Diabetiker ungeeignet sind Schuhe mit Klettverschlüssen.

Kiwitt-Kortemeier: "Mit der Zeit leiert der Klettverschluss aus und die Füße rutschen nach vorne. Hinten wird die Ferse nicht mehr fixiert und beim Abrollen stoßen die Zehen an, was zu Verletzungen führen kann." Claus Kiwitt-Kortemeier empfiehlt besonders Diabetikern,folgende Regeln zu beachten:

+ Schuhe für Diabetiker müssen dem Fuß Platz lassen.

+ Kein Druck durch Nähte im Schuh, enges Oberleder oder Riemen, keine harte Vorderkappe.

 + Schuhe sollten ein- bis zweimal täglich gewechselt werden und sind die nie ohne Strümpfe zu tragen. Diabetiker sollten ihre Schuhe vor dem Anziehen auf Druckstellen, defekte Nähte oder kleine Steine austasten.

Weiter empfiehlt Kiwitt-Kortemeier, neue Schuhe nachmittags oderabends zu kaufen (die Füße sind dann schon etwas dicker angeschwollen) und ausreichend lange im Laden anzuprobieren. Neue Schuhe sollten anfangs nur kurze Zeit eingelaufen werden.

                                              Foto: WWW.COMFORTSCHUH.DE  

Claus Kiwitt-Kortemeier verweist auf eine Untersuchung der Initiative "PassenderSchuh": "Rund 82 Prozent kaufen und tragen Schuhe in einer Größe, die nicht ihren Maßen entspricht." Dabei wählen die Deutschen mehrheitlich zu große Schuhe, insbesondere die Männer. 75 Prozent von ihnen laufen in zu großen beziehungsweise zu langen Schuhen, bei den Frauen sind es 60 Prozent. Zu kleine Schuhe tragen laut Studie 20 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer. Neben Ärzten und Orthopädieschuhmachern sind auch Podologinnen und Podologen geeignete Ansprechpartner, wenn es um die passenden Schuhe geht.

 

Der Zentralverband der Podologen und Fußpfleger (ZFD) erklärt die Aufgaben des Berufes eines Podologen bzw. einer Podologin:

"Der/Die Podologe(in) zählt zu den Medizinal-Fachberufen. Er/Sie führt selbstständig fußpflegerische Behandlungsmaßnahmen durch und erkennt eigenständig pathologische Veränderungen am Fuß, die ärztliche Behandlung erfordern.

Darüber hinaus ist er/sie in der Lage so genannte Risikopatienten wie Diabetiker fachgerecht zu behandeln. Sein/Ihr Wissen lassen ihn/sie Fußerkrankungen frühzeitig erkennen bzw. erst nicht entstehen".